Bauphase

10 Monate Zeit für den Umbau und die Komplettsanierung eines 115 Jahre alten Backsteingebäudes

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Damit aus dem ehemaligen Gebäude einer Kirchengemeinde eine moderne Eventlocation werden konnte, mussten nicht nur 12.000 Meter Kabel neu verlegt werden. Im gesamten Haus kommt neueste Technik zum Einsatz. So wurde im MAUERWERK zum Beispiel das Gebäudemanagementsystem KNX installiert – ein Bus-System mit dem Heizung, Verdunkelung, Beleuchtung und vieles mehr via iPad gesteuert werden können.

Vor allem der Veranstaltungsraum im hinteren Teil des Gebäudes wartet mit modernster Technik auf. Eine hochwertige Licht- und Soundanlage sorgt für höchste Qualität in Sachen Events. Die Bühne und die Bestuhlung im Zuschauerraum sind flexibel und können an jede Veranstaltung angepasst werden.

Trotz der vielen Veränderungen im Haus war der erste Grundsatz während der gesamten Umbauarbeiten, den ursprünglichen Charakter des Hauses zu bewahren. Ein wesentlicher Aspekt hierbei war, das namensgebende Mauerwerk auch im Innenbereich sichtbar zu machen. Mehr als 15.000 Backsteine wurden dabei verbaut. Teilweise wurde sogar erst durch die Umbauarbeiten der Urzustand des Gebäudes wieder hergestellt. Ein Beispiel hierfür sind die heute wieder über zwei Etagen reichenden Sprossenfenster. Auch der Trennboden zwischen dem Erdgeschoss und dem 1. OG, der vor einigen Jahren nachträglich eingezogen worden war, wurde nun teilweise wieder entfernt. So entstand die Empore, die heute dem Restaurantbetrieb vorbehalten ist.

Wichtig war uns auch, auf Naturmaterialien und auf gebrauchte Materialien zurückzugreifen. Für die Maurerarbeiten wurden Backsteine aus dem Abriss von Industrieanlagen verwendet, dort wo die, die sich bereits im Haus befanden, nicht ausreichten. Das gesamte Gebäude wurde ausschließlich mit Naturmaterialien verputzt.

Generell hatte das Thema Nachhaltigkeit bei der Sanierung des alten Gebäudes höchste Priorität.
So auch im Bereich der Heizung und der Lüftung. Das MAUERWERK ist mit zwei Heizsystemen ausgestattet und verfügt neben einer Gasbrennwertheizung über eine Pelletsheizung. Was die Umweltverträglichkeit betrifft, haben Pelletsheizanlagen den großen Vorteil, dass sie weitgehend CO2-neutral sind. Der Erdtank für die Pellets im MAUERWERK ist 22 m3 groß und fasst 17 Tonnen Material. Er wurde während der Umbauphase in einer spektakulären Aktion in einem fünf Meter tiefen Loch vor dem Gebäude versenkt. Der eigens hierfür angeforderte Spezialkran machte eine Teilsperrung der Hindenburgstraße notwendig.

Neben den zwei primären Heizsystemen fließt auch alles andere, was im Haus an Wärme entsteht, direkt in die Heizanlage. So wird beispielsweise die Abwärme der Kühlaggregate für Gastronomie und Küche sofort wieder in die Wärmespeicher eingespeist.

Die Temperaturregulierung der Lüftung für Veranstaltungsbereich, Küche und Restaurant ist die Aufgabe eines Kreuzstromwärmetauschers, der für Wärmerückgewinnung sorgt. Ohne dass dabei ein Luftaustausch stattfindet, kreuzt sich das Rohr über das die angewärmte Abluft das Gebäude verlässt, zuvor mit dem, über das die Frischluft angesaugt wird. So wird die kühle Außenluft automatisch schon beim Eintritt in das Gebäude erwärmt.

Auch im Bereich der Beleuchtung stand der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Planung im Vordergrund. Sowohl das Gebäude, als auch der Außenbereich wurden ausschließlich mit LED-Leuchten ausgestattet. 1300 LEDs sind es insgesamt. In der Anschaffung zwar erst einmal teurer als herkömmliche Leuchten, lohnen sich LEDs aber auf lange Sicht, denn sie verbrauchen deutlich weniger Strom und schonen so nicht nur den Geldbeutel, sondern vor allem auch die Umwelt.

Die Tatsache, dass im MAUERWERK auch im Veranstaltungsraum mit LED gearbeitet wird, ist im Vergleich mit anderen Theaterhäusern eine absolute Neuheit. Auch wenn diese Beleuchtungstechnik heute weit verbreitet ist, ist sie im Bühnenbereich noch eher unüblich.  Neben einer deutlich positiveren Energiebilanz hat die LED-Beleuchtung im Gegensatz zu den verbreiteten 1000-Watt-Strahlern auch den Vorteil einer wesentlich geringeren Hitzeentwicklung, so dass ein angenehmes Raumklima gewahrt werden kann.

Eine weitere Besonderheit im Bereich der Beleuchtung im MAUERWERK, sind die Wandlampen im Restaurant- und Veranstaltungsbereich. Nachdem monatelang vergeblich nach einer passenden Wandleuchte gesucht wurde, entschlossen sich die MAUERWERK-Macher selbst eine zu entwerfen, die dann nach ihren Vorstellungen gefertigt wurde. „Offen sein für Neues – das ist in gewisser Weise charakteristisch für dieses Projekt. Auch an vielen anderen Stellen konnten wir nicht auf Vorgefertigtes zurückgreifen, sondern mussten eigene, unkonventionelle Lösungen finden“, erinnert sich Heinz Stoll.

Nicht mehr aus dem MAUERWERK wegzudenken sind die Kunstwerke von Lutz Ackermann. Mittlerweile schmücken mehrere Arbeiten des Nebringer Bildhauers und Stahlkünstlers die neue Location. Eines davon hängt als gigantische Lampe im Restaurantbereich. Sechs Mann waren notwendig um das imposante Werk aus Stahl und einer alten Tuba in über fünf Metern Höhe sicher aufzuhängen. Neben der Skulptur am Haupteingang, die aus Trägern und Stahlkugeln besteht, ist noch ein weiteres Kunstwerk im Außenbereich direkt an der Hindenburgstrasse entstanden. In 18 Metern Höhe kreuzen sich drei Stahträger und halten in ihrer Mitte eine stählerne Silberkugel mit einem Durchmesser von 100 cm.