Stefan Waghubinger sinniert im Mauerwerk

Hier hat er sich bereits als Kind wohlgefühlt oder zumindest oft aufgehalten – auf dem Dachboden – der auf der Mauerwerk Bühne kreativ in Scene gesetzt wurde. Staubiges Kissen, alte TV-Programm-Magazine, Bügeleisen, … mit einer Taschenlampe und schummrigem Licht durchleuchtet Waghubinger in seiner Story seine Kindheit und vor allem seine aktuelle Lebensphase. In dieser doch eher ruhigen und nachdenklichen Situation schiesst der österreichische Fast-Schwabe einen Gag nach dem anderen. Viele mit Langzeitwirkung, denn das gebannte Publikum muss den teilweise tiefsinnigen Humor erst verstehen und verarbeiten. Das dauert manchmal und kommt dann um so genialer rüber.

Man konnte seine Trauer, seinen Gleichmut und manchmal auch seine versteckte Freude über Beziehungen zu Eltern, Frau und Freunden körperlich spüren. Die eheliche Beziehung am Ende, er mit gepacktem Umzugskarton kurz vor seinem Auszug aus der gemeinschaftlichen Wohnung. Er hätte es nicht IHR überlassen sollen, wer die Wohnung zu verlassen hat. Aber so ist er nun mal. Eigene vor allem spontane Entscheidungen sind nicht so sein Ding.

Als Zugabe gab uns Stefan Waghubinger ein Lehrstück in Sachen „political correctness“.
Als seine Tochter mit Barbie und Ken spielte, erzählte Waghubinger, gab es eine Situation in der Barbie mit zwei Koffern bepackt zur Bahn lief und Ken mit ein paar Metern Abstand vornedrauss lief. Daraufhin versuchte er seiner Tocchter klar zu machen, dass Ken doch die Koffer tragen sollte, da er ja der Stärkere sei. Seine Tochter wechselte die Figuren, dabei fiel ihr Ken in den Farbkübel mit schwarzer Farbe. Nachdem die Farbe getrocknet war stelle seine Tochter die Figuren wieder auf. Nun lief vorn die blonde, weisse Barbie und hinterher der schwarze Ken bepackt mit den beiden Koffern …