Uli Boettcher bringt Spitzenkabarett ins Mauerwerk

Die Schmerzen des Mannes Ü50 müssen schon gewaltig sein. Er kann die Freude in den Gesichtern der Jungen nicht mehr ertragen. Sein Programm will er bewusst nicht Ü+ nennen, denn das könnte ja positiv wirken, eher 50- würde laut Boettcher besser passen. So gibt uns sein Programmtitel „Silberrücken im Nebel“ einen klaren Hinweis ins Tierreich, denn dort ziehen sich die älteren Elefanten zum Sterben zurück und fallen nicht den jüngeren Generationen zur Last. Sein Freiheitsdrang ist gross, so möchte er mit Chips, die er an sein Publikum verteilt alle Einkaufswagen befreien und auch der Wunsch, dass seine Schwiegereltern mit ins Haus ziehen möchten, macht ihn fast krank. Doch das löst seine Frau auf eine seiner Meinung nach typische Weise, wie es nur Frauen beherrschen, sie verführt ihn zu einem gigantischen, erotischen Abend im Schlafzimmer bei weit geöffneten Fenstern, solange sich die Schwiegereltern noch in der Wohnung befinden – am nächsten Morgen ist der Wunsch der Eltern auf das Wohnen im gemeinsamen Haus plötzlich verflogen.